"Wir sind im Kindergarten, damit die Eltern auch mal Ruhe vor uns haben"

(Amelie, 5 Jahre)

Die Arbeit mit unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen

In unserem offenen Konzept arbeiten wir mit Kindern unterschiedlicher Alters- und Entwicklungsstufen. Dies entspricht auch dem wahren Leben. Es wäre für uns befremdlich, Kinder in altershomogenen Gruppen zu betreuen. Wir sind der Meinung, dass diese unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen sich gegenseitig positiv beeinflussen. Die Kinder erlernen hierbei eine hohe Toleranzgrenze und erkennen auch die Unterschiede jedes Menschen an. Dabei spielt das soziale Lernen eine große Rolle, die Kinder achten auf sich und ihre Mitmenschen und erkennen sehr schnell, wer Hilfe benötigt. Die Kinder können sich in unterschiedlichen sozialen Rollen ausprobieren.

Kinder mit Entwicklungsrückständen werden nicht zu Außenseitern und kommen nicht in Lerndruck, wenn sie sich nur mit Gleichaltrigen messen müssen. Es gibt mehr Kooperationen und weniger Konkurrenzdenken.

Zurückhaltende Kinder erlernen mehr Selbstvertrauen und Sicherheit, wenn sie sich erst einmal jüngeren Kindern nähern. Somit ist der nächste Schritt auf die Gleichaltrigen oder älteren Kinder leichter.

Auch entwicklungsverzögerte Kinder oder Kinder mit einer Behinderung profitieren hiervon, sie fühlen sich nicht unterlegen und können dem jüngeren Kind etwas beibringen. Zusätzliche Unterstützung erhalten diese Kinder von unseren kompetenten Therapeutinnen und unserer Psychologin.

Auch die jüngeren Kinder haben eine bessere Selbstständigkeitsentwicklung, da sie am Modell der Älteren lernen.

Die älteren Kinder lernen durch das Lehren. Sie können ihr Wissen vertiefen und ihre Fähigkeiten verbessern. Zugleich gewinnen sie an mehr Selbstvertrauen und trauen sich zu, ihr Wissen an die jüngere Generation zu vermitteln.

Im Nebengebäude befindet sich neben der Entdeckerwerkstatt für die Jüngsten auch das Atelier. Diese beiden Orte dienen als "Abflugrampe" für die Allerkleinsten. Da das Atelier auch von den älteren Kindern besucht wird, eignet es sich als Übungsfeld für die Kleinsten.

Im Alltag versuchen wir Möglichkeiten zu schaffen allen Altersgruppen mit ihren unterschiedlichsten Bedürfnissen gerecht zu werden. Auch das Arbeiten in Peergroups wird unterstützt.